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Dissoziative Störungen sind seltener als andere psychische Störungen, betreffen aber immerhin etwa 1-3% der Bevölkerung. Sie treten besonders häufig bei Menschen auf, die in ihrem Leben schwere traumatische Erfahrungen wie sexuellen oder emotionalen Missbrauch erlebt haben. Studien zeigen, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer, was möglicherweise mit der Häufigkeit von Trauma-Erfahrungen in ihrer Lebensgeschichte zusammenhängt. Dissoziative Störungen werden oft erst spät erkannt, da die Symptome mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen verwechselt werden können.

Gibt es unterschiedliche Varianten?

Jede dieser Varianten bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich, die individuell bewältigt werden müssen.

  • Dissoziative Amnesie: Betroffene erleben ausgeprägte Erinnerungs-Lücken, die nicht mit normalem Vergessen erklärbar sind – insbesondere in Bezug auf traumatische Erlebnisse.

  • Dissoziative Identitätsstörung (DIS): Auch bekannt als „multiple Persönlichkeitsstörung“. Hier treten zwei oder mehr verschiedene Identitäten auf, die abwechselnd das Verhalten steuern.

  • Depersonalisations- oder Derealisationsstörung: Menschen erleben eine Entfremdung von sich selbst oder von der Umwelt, oft begleitet von Gefühlen der Unwirklichkeit.

  • Dissoziative Fugue: Plötzliches Reisen oder Umherirren, begleitet von Amnesie, bei der die Betroffenen oft nicht wissen, wer sie sind oder wo sie sich befinden.

Was ist der typische Verlauf bei einer dissoziativen Störung?

Dissoziative Störungen entwickeln sich häufig nach einem traumatischen Erlebnis. Sie können in Episoden auftreten, wobei sich Phasen intensiver Symptome mit symptomfreien Zeiten abwechseln. In anderen Fällen entwickelt sich die Störung zu einer chronischen Erkrankung, die das alltägliche Leben sehr beeinträchtigt. Wie sich eine dissoziative Störung entwickelt, ist sehr unterschiedlich und hängt oft davon ab, ob und wann eine adäquate Therapie eingeleitet wird. Ohne professionelle Behandlung können sich die Symptome verschlimmern und zu schwerwiegenden Problemen im sozialen oder beruflichen Umfeld führen.

Wie kann da eine Psychotherapie helfen?

Bei der Behandlung dissoziativer Störungen ist es wichtig, das Trauma zu verarbeiten und dabei zu helfen, Erinnerungen und Identität wieder zu integrieren. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Traumatherapie: Dabei lernen Betroffene in einem geschützten Rahmen, wie sie traumatische Erlebnisse verarbeiten können. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hilft weiter, nicht funktionierende Denkmuster zu erkennen und zu verändern. Ein guter Teil der Therapie ist auch die Stabilisierung, bei der die Betroffenen Strategien zur Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung entwickeln. Auch Achtsamkeitstechniken können helfen, das Gefühl des Getrenntseins von sich selbst und der Umwelt zu reduzieren.

Fazit:

Dissoziative Störungen sind komplex, aber mit der richtigen therapeutischen Unterstützung lassen sich die Symptome bewältigen. Es ist wichtig, dass Betroffene so früh wie möglich eine Diagnose stellen lassen und eine gezielte Therapie beginnen. Nur so kann man traumatischen Erlebnisse verarbeiten und ein gesundes Identitätsgefühl entwickeln. Psychotherapie bietet Betroffenen die Möglichkeit, ein erfüllteres und stabileres Leben zu führen.

der deutschen Bevölkerung leidet Laufe des Lebens einmal an einer Dissoziativen Störung (DIS, früher als "multiple Persönlichkeitsstörung" bekannt). Sie tritt damit häufiger auf, als oft angenommen.

Quelle: dis-sos.com

Wie verbreitet ist das, wer ist gefährdet?
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Dissoziative Störungen können in verschiedenen Formen auftreten, die sich in der Ausprägung und den Symptomen unterscheiden. Die häufigsten Varianten sind:

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1-3%

Ein häufiges Vorurteil ist, dass die Betroffenen einer DIS ihre Symptome spielen oder übertreiben. In Wirklichkeit erleben sie unfreiwillige Trennungen von Identität, Gedächtnis oder Realität.

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Welche Signale deuten auf eine
"dissoziative Störung"?

Dissoziative Störungen können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Da sie sich oft nicht sofort als solche erkennen lassen, ist es wichtig, auf Alarmsignale zu achten, um sich bei Bedarf rechtzeitig Hilfe zu holen. Diese Symptome können ganz langsam und schleichend auftreten und sich in verschiedenen Bereichen deines Lebens bemerkbar machen.

  • Amnesie: Erinnerungslücken, die nicht durch gewöhnliches Vergessen erklärbar sind. Häufig stehen diese Lücken im Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen.

  • Depersonalisation: Gefühl der Entfremdung vom eigenen Ich oder Körper, als ob man das Geschehen von außen betrachten.

  • Derealisation: Die Umgebung erscheint unwirklich oder verzerrt, wie in einem Traum.

  • Identitätsverwirrung: Betroffene haben das Gefühl, mehrere Identitäten zu haben oder ihre Identität zu verlieren.

  • Zeitausfälle: Unklare Erinnerungen an bestimmte Zeitabschnitte, die zu großer Verunsicherung führen können.

Diese Symptome können plötzlich auftreten oder sich nach und nach entwickeln. Sie sind oft mit starken psychischen Belastungen verbunden.

Dissoziative Störungen sind psychische Erkrankungen, bei denen die Betroffenen eine Trennung von Bewusstsein, Gedächtnis oder Identität erleben. Häufig sind sie die
Folge schwerer Traumata, bei denen das Gehirn versucht, schmerzhafte Erinnerungen oder Gefühle auszublenden.
Mit einer gezielten Therapie ist eine Besserung möglich.

Dissoziative Störung

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